Parish Sedliště in Frýdek - Místek

Die allerheiligenkirche in Sedliště

Der bedeutsamste und wertvollste historische Bau der urwüchsigen schlesischen Gemeinde Sedliště ist malerische hölzerne Allerheiligenkirche, die bis zur zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts eine Filialkirche der Pfarrgemeinde Bruzovice war. Am 1. Februar 1871 wurde selbstständige Pfarrgemeinde Sedliště (nur für diese Gemeinde) ernannt und hiesige Kirche wurde Pfarrkirche.

Die älteste Erwähnung über Kirche in Sedliště stammt aus dem Jahre 1447. Schon seit dem Beginn des 16. Jahrhunderts war das Dorf Sedliště ein Bestandteil der Pfarrgemeinde Bruzovice. Die ursprüngliche Kirche wurde 1638 durch neuen Bau ersetzt, seiner Realisation hatte Pfarrer Jan Scultetus aus Bruzovice angenommen. Nach der lokalen Tradition baute die neue Kirche der Müller aus Sedliště Václav Šustek mit seinem Sohn Adam. Das Exterieur veränderte sich bis zum 19. Jahrhundert nur wenig. Der hinfällige Glockenturm wurde 1862 mit neuem, vor der Kirche stehenden, Turm ersetzt. Ein Jahr danach wurde die Sakristei erweitert und über sie neue Orator mit der Aussicht ins Presbyterium gebaut.

Die Kirche ist gezimmerter Einschiffbau, orientiert längs zur Hauptachse. Auf der rechten Seite des Schiffes ist ein Seiteneingang führend in Wandelgang (sog. sobota). Der Haupteingang in die Kirche ist aus der westlichen Stirnseite. Der quadratische vierstöckige Turm, beendete durch die Kuppel mit Luzerne und kleineren Zwiebel und Doppelkreuz, reckte sich auf über den Haupteingang.

Auf dem steilen Schindelsatteldach ist kleiner Dachreiter situiert über das Presbyterium platziert. Das Kirchenschiff hat Ausmass 9,05 x 5,80 M. Das Presbyterium (5,53 x 4,05 M) ist fünfseitig beendet.

Im Kircheninterieur befindet sich flache Decke mit Malerei aus 19. und ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Auf den Seitenwänden wurde 1984 Fragmenten der ursprünglichen Malerei enthüllt, über welche die Schriftquellen aus der Hälfte des 17. Jahrhunderts sprechen. Die wertvollste wurde hinter dem Nebenaltar der Christus Himmelfahrt auf der rechten Seite entdeckt. Sie ist restauriert und stellt den sechsten Halt des Kreuzweges mit Fragment der tschechischen Inschrift vor. Das Bild des Himmels mit Heiligen dominiert dem barock Hauptaltar aus der Hälfte des 18. Jahrhunderts. Im Altaransatz ist Holzschnitt der heiligen Dreifaltigkeit.

Der Seitenaltar auf der linken Seite ist dem St. Antonius von Padua eingeweiht. Seitens des Bildes des St. Antonius aus 1730 stehen die Plastiken vom St. Johannes der Täufer und St. Paulus. Entgegengesetzt befindet sich Seitenaltar der Christi Himmelfahrt. Er ist durch Plastiken des unbekannten Heiligen und des St. Wendelins dekoriert. Im Ansatz ist es möglich Holzschnitt des St. Sebastians sehen. Auch der Barockbeichtstuhl oder Taufbecken sind erwähnungswert.

Die Kirche von Sedliště ist durch Kirchhof mit hölzernem Zaun mit Schindeldach umringt. Dieser Bestattungsplatz ist zum ersten Mal schriftlich zum Jahre 1652 beweist. Der alte Kirchhof bewahrte ursprüngliche Art und heute dient als eigenartigen Freilichtmuseum der Grabgusseisenkreuze. In der Nähe befinden sich wertvolle Sandsteinplastiken vom St. Johannes Nepomuk aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts und der Friedeker Maria aus 1894.

Dank der Gesamterneuerung aus den Jahren 2011–2012, unterstürzt durch Europäische Union im Rahmen des Projektes finanziert aus dem Regional-Operationsprogramm Moravskoslezsko beginnt neue Periode der Existenz der Kirche von Sedliště. Die befallenen hölzernen Teile der Dachstühle und der Kirchenzimmerung wurden umgesetzt und saniert. Die neue traditionelle Bedachung aus Schindel wurde gelegt. Die Holzauskleidung der Wände und des Turmes machte einen Austausch und Ergänzung durch. Das System der Blitzableiter und Dachrinnen wurde renoviert. Die ganze Kirche ist mit Schutz- und Vereinigungsanstrich versieht. Die Interieurmalerei wurde vollständig restauriert. Die Malerei deckt in den etlichen Schichten das ganze Presbyterium und teilweise ach das Kirchenschiff. An den Trennwänden des Chores und an dem Orgelschrank wurde ursprüngliche Ausstattung mit zweifärbiger Marmorierung erneuert. Auch die Orgel war repariert.

Die Pfarrkirche der Allerheiligen in Sedliště stellt erstklassiges Denkmal der hölzernen Sakralarchitektur aus der Barockzeit in Teschner Schlesien dar. Das Ziel der Rekonstruktion ist die Bedeutung einer der ältesten erhaltenen Holzkirchen in der Tschechischen Republik zu unterstreichen.

Text: PhDr. David Pindur, Ph. D.

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